Du hast mich schon längst begraben. Unten im Dunkel liege ich und weine immernoch. Seit Monaten weine ich und merke nicht, dass ich mich ausgraben könnte, das Sonnenlicht wieder sehen könnte.
Ich lege dir Lilien aufs Grab.
Die Blumen, die du auf meins gelegt hast sind schon lange verwest und liegen schwer auf dem feuchten Boden, der sich mir in den Weg stellt. Der faulige Geruch verfolgt mich noch in meinen unruhigen Träumen. Es riecht nich nach dir, nur nach verdorbener Hoffnung. Und Ärger. Und Trauer.
Ich gehe.
Auch lange, nachdem du schon gegangen bist, habe ich darauf gewartet, dass du mich rausholst. Dass deine Hand die dunkle Erde zur Seite schiebt und mir sagt: "Komm mit mir. Steh auf. Lebe. Doch du bist gegangen, einfach so, und egal wie laut ich nach dir gerufen habe, auf dich gewartet habe, geduldig, ohne zu drängen, dich interessiert es nicht mehr.
Du hast mich ausradiert aus deinem Leben.
Nein, vielleicht nicht das.
Du hast mich degradiert. Zu einem Eintrag in deinem Handytelefonbuch, den du überblätterst.
Früher hast du mich auf Händen getragen, gestützt, warst da.
Heute lässt du mich liegen, gehst5 vorbei ohne den Blick zu heben und spuckst mir vor die Füße.
Deswegen schaufel ich jetzt selbst. Hinaus, in die Sonne. Mit meiner eigenen Kraft. Mit dir wäre es vielleicht einfacher gewesen, ein schöneres Erlebnis, aber alleine geht es auch. Langsamer, aber auch. Und wenn ich erstmal drauß0en bin, und du mich siehst, tanzend und lachend mit den Leuten, die sich auch nur ein bisschen um mich, verdammt nochmal, geschert haben, dann bereust du es. Aber dann ich werde nicht zurückschauen.
Noch ist es nicht zu spät, aber Sanduhren laufen auch nicht ewig. Genauso wenig wie meine Gedult. Und mein Verständnis. Hörst du vielleicht endlich die Glocken läuten zum letzten Gang?
Rest in Pieces.
1 Kommentar:
Erzähl mir mal am Mittwoch, an wen das gerichtet ist...
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