Dienstag, 22. Dezember 2009

Matsch

Ich kann nicht mehr.

Die Feiertage reiten mich nur weiter rein... So ein Dreck. Mein Zimmer sieht wieder mal aus wie ein Tatort von einem Einbruch... alles liegt zerstreut, zerschlagen, kaputt herum, und keine Motivation es in Ordnung zu bringen.

Ich bin gefangen in einer Lethargie. Im Nichts-Tun. Nicht-Lust haben. Ich stehe auf, warte, und gehe schlafen. Um wieder aufzustehen. Der Sinn? Es gibt keinen. Oder vielleicht ist in mir drin auch grade Winter. Wie draußen. Voll Matsch. Und Dreck.

Feiertage sind zum kotzen.

Ich hab mir vorgenommen, endlich zu nem Psychologen zu gehen. Wiedermal. Aber es wird enden wie immer. Ich sage, ich hab zu viel zu tun, obwohl ich gar nichts mache. Nichts-Tun.


Verdammt.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Beerdigung

Ich begrabe dich.

Du hast mich schon längst begraben. Unten im Dunkel liege ich und weine immernoch. Seit Monaten weine ich und merke nicht, dass ich mich ausgraben könnte, das Sonnenlicht wieder sehen könnte.

Ich lege dir Lilien aufs Grab.

Die Blumen, die du auf meins gelegt hast sind schon lange verwest und liegen schwer auf dem feuchten Boden, der sich mir in den Weg stellt. Der faulige Geruch verfolgt mich noch in meinen unruhigen Träumen. Es riecht nich nach dir, nur nach verdorbener Hoffnung. Und Ärger. Und Trauer.

Ich gehe.

Auch lange, nachdem du schon gegangen bist, habe ich darauf gewartet, dass du mich rausholst. Dass deine Hand die dunkle Erde zur Seite schiebt und mir sagt: "Komm mit mir. Steh auf. Lebe. Doch du bist gegangen, einfach so, und egal wie laut ich nach dir gerufen habe, auf dich gewartet habe, geduldig, ohne zu drängen, dich interessiert es nicht mehr.

Du hast mich ausradiert aus deinem Leben.

Nein, vielleicht nicht das.

Du hast mich degradiert. Zu einem Eintrag in deinem Handytelefonbuch, den du überblätterst.


Früher hast du mich auf Händen getragen, gestützt, warst da.

Heute lässt du mich liegen, gehst5 vorbei ohne den Blick zu heben und spuckst mir vor die Füße.



Deswegen schaufel ich jetzt selbst. Hinaus, in die Sonne. Mit meiner eigenen Kraft. Mit dir wäre es vielleicht einfacher gewesen, ein schöneres Erlebnis, aber alleine geht es auch. Langsamer, aber auch. Und wenn ich erstmal drauß0en bin, und du mich siehst, tanzend und lachend mit den Leuten, die sich auch nur ein bisschen um mich, verdammt nochmal, geschert haben, dann bereust du es. Aber dann ich werde nicht zurückschauen.

Noch ist es nicht zu spät, aber Sanduhren laufen auch nicht ewig. Genauso wenig wie meine Gedult. Und mein Verständnis. Hörst du vielleicht endlich die Glocken läuten zum letzten Gang?


Rest in Pieces.

Dienstag, 24. November 2009

Musik.

Ich schreibe weil ich ein Mensch bin. Ich bin ein Mensch, weil ich Lebe. Ich lebe, weil es Musik gibt.

"Am Ende bleibt nur eins: Musik." (studivz-Gruppe)

Ich bin mir sicher, am Anfang war nicht das Licht, sondern der Ton.
Musik ist der Schlüssel zu Emotionen. Sie kann uns tief berühren, uns zum weinen bringen, uns tanzen lassen, verwirren, ängstigen, erleichtern, spannen, loslassen, festhalten.
Alles hat seine Melodie, seine Töne, seine Texte.

"Das einzige, was in dieser verrückten Welt Sinn macht, ist Rock'N'Roll." (The Boat that Rocked)

Musik therapiert Menschen. Musik hilft uns, mit uns selbst umgehen zu können. Nicht alle können sie machen, aber alle können sie hören. Sie verbindet in der Gemeinschaft, tröstet den, der Allein ist und findet Diejenigen, die suchen. Für mich bedeutet die Musik alles.

"Du bist die Musik, die mich über Wasser hält." (WiseGuys)

In allen Phasen hat mir nur eins wirklich geholfen: Meine Musik.

Ich wurde geschnitten und war allein - meine Musik war da.
Ich wurde von meinen Eltern beschimpft und verletzt - Musik heilte meine Wunden.
Ich habe mein Herz an einen Menschen geschenkt, der es nicht wollte - und ich schrieb Musik, die für mich litt.
Ich fiel in tiefe Löcher - Melodien trugen mich den Abgrund wieder hinauf.
Ich war wütend, frustriert, depressiv - Musik nahm mich in den Arm und sagte mir

"Heal the wound but leave a scar, a reminder of how merciful you are." (Point of Grace)


Was wäre die Welt, was wären die Menschen, was wäre ich - ohne Musik?




Tee trinkend und der Musik lauschend,

Acid Placebo

Mittwoch, 4. November 2009

Gebt mir einen Drink!

So kenne ich mich gar nicht. Ich lerne, verdammt noch mal!
Ja, ihr habt richtig gehört. Ich LERNE. Nicht mal in der Abiturphase habe ich so konsequent gearbeitet wie jetzt. "Größte Chaotin", das stand in meinem Abibuch als Award, und jetzt?

Mutiere ich zum Streber? Warum fällt es mir nicht mehr so schwer, wie ich es in Erinnerung hatte? Lernen war für mich immer zu 70 % harte Arbeit. Jetzt lese und lerne ich gerne.

An der Dauer des Nicht-Lernens kann es nicht liegen. Aber ich habe eine Vermutung: Es macht mir Spaß, weil ich nur das tue, was mich interessiert. Ich lerne Philosophieren, ich lerne Epochen der Literaturgeschichte, lese im selben Atemzug Sophokles und Seneca, diskutiere über Platon, Epikur und Augustinus, schreibe Essays über Kant und lege Portfolios über Bibliographien an. Klingt langweilig? Absolut nicht! Ich liebe das Studentenleben und freue mich jeden Tag aufs neue, mit coolen Leuten etwas interessantes zu erfahren. Ich habe tolle Profs, die wissen, wie man Witze reißt und am Anfang ihrer Vorlesung Dschingis Kahn über Lautsprecher im Audimax abspielen. Was Ausbildung angeht muss ich sagen: Es geht mir besser als nie zuvor!

Ich hoffe, das ist keine vorübergehende Anfangseuphorie. Ich wünsche mir, dieses gute Gefühl lässt nicht nach. Dazu bin ich im Moment viel zu glücklich an der Freude, die ich gerade am lernen habe. Aber ich bitte euch: Sobald ich anfange Pullunder zu tragen und ne Hornbrille kaufe - erschießt mich! :)


Sich über "Einführung in die Erzähltheorie" beugend,
eure

AcidPlacebo

P.S.: "Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln." Kästner, dieser Spaßvogel :D:D:D

Dienstag, 20. Oktober 2009

Statt dem text, der hier reinsollte, stellt Jennie Paroci ein Gedicht ein, um mögliche Konflikte zu vermeiden:

Gemütszustand:

Verletze nie die Gefühle
eines anderen Menschen
Denn sie sind wie
Bilder aus Glas
Wenn sie zerbrechen
zerschneiden
sie deine Seele.
Mfg,

AcidPlacebo

Donnerstag, 24. September 2009

Impressionen

Ein schöner Tag geht langsam zu Ende. Barbara ist heute nach Hause gekommen, zusammen mit Maik. Das Wochenende könnte interessant werden, aber mal sehen, was so auf mich zukommt. Und nächste Woche fängt dann Uni an.

"Ich steige aus dem versifften Zug. 20 Minuten sind eindeutig zu viel in der menschenverseuchten Atmosphäre der Deutschen Bahn. Erstens, weil um diese Uhrzeit entweder besoffene Penner auf den Sitzen verotten oder sich knutschende Pärchen verhalten als wären sie in einem Edelbordell. Warum habe ich das Gefühl, dass es Leuten Spaß macht, zu stinken? Als würden sie sich drei Tage in eine Wanne legen und nichts tun als in ihrem Saft aus Schweiß, Pisse, Fett und Tränen baden um sich dann in die Öffentlichkeit zu trauen."

Ich habe heute beim Stadttheater angerufen, bald habe ich ein Vorsingen für den Extrachor. Vielleicht wird das ja doch was mit der aufstrebenden Gesangskarriere. Jetzt informiere ich mich über mögliche Studentenjobs. Vielleicht nehm ich ja doch das Stellenangebot an und werde Masseurin für erotische Massagen.

"Ich genieße die kühle Luft und schlendere über den leeren Bahnsteig. In der Raucherecke stehen zwei vorzeitig gealterte Diskoschlampen, schon halb betrunken, und telefonieren lauthals mit einer offensichtlichen Freundin. Während ich an ihnen vorbei gehe sehe ich das sorgfältig aufgetragene Makeup langsam abblättern wie der Putz einer alten Fassade und der Maskara verschmiert unter ihren Augen, so dass sie wie ein großer, trauriger Panda in ihrem Glitzeroberteil aussieht. Ich gehe vorbei."

Am Montag kommt Béla vorbei bevor er sich auch aufmacht und nach Frankfurt zieht. Schon komisch, ich hatte ihn so vergöttert, dass ich mehr ein Idela gesehen hab als den realen Menschen. Ich bin froh, jetzt so reif geworden zu sein, dass ich ihm offen gegenübertreten kann. Zeiten ändern sich, genauso wie Menschen. Aber manchmal macht mir gerade Das Angst.

"Als ich am Marktplatz ankomme sehe ich auf mein Handy. Immer noch keine Nachricht. Ich werde wütend, schließlich hat er sich schon wieder so lange nicht gemeldet, vielleicht ist er von einem Bus überfahren worden, das wäre mir jetzt am liebsten. Schnell verwerfe ich den gedanken und beschließe, dass ich sauer bin und ihm das jetzt auch sage. Ich tippe bitterböse Vorwürfe ins Handy, doch bevor ich die SMS fertig geschrieben habe drücke ich auf 'Nachricht verwerfen'. Inkonsequenz ist ne Hure."

Am Sonntag sind Wahlen, und wie immer hasse ich, dass ich das Ergebnis schon vorhersehen kann. Anstatt, dass sich hier ein paar Dinge ändern wird die Abwarten-und-Tee-trinken-Taktik beibehalten. Und wieder wird es eine hälfte geben, die das festgefahrene Nichtstun rechtfertigen, während sich die andere Hälfte beschwert. Ich bin mal gespannt, was die nächsten Jahre so bringen. Wohlstand? Wohl kaum, alles steht auf Weltuntergangsstimmung... Wirtschaftskrise, steigende Arbeitslosigkeit, Kampf um Atomenergie(r), und und und... man spielt auf Zeit.

"Ich entscheide mich für den langen Weg nach Hause. Unterwegs pfeift mir ein Türke hinterher, ich gehe weiter. Sollen sie pfeifen, Hauptsache, sie lassen mich in Ruhe. Ich lasse mich von den strahlenden Lichtern der Clubs, Bars und Kneipchen leiten und lausche dabei der Musik meiner Stadt. Ich höre Pöbler die sich wichtig vorkommen, Tussen, die sich über die Haare der Freundin lustig machen, die gerade auf der Toilette ist. Ich höre Hundegebell, einen Krankenwagen der in der Ferne zu einem Unfall eilt, das Zersplittern von Bierflaschen und das Beständige pochen von Füßen auf langsam zerfallendem Pflasterstein.

Ich schließe die Tür meiner Wohnung auf und lass mich aufs Bett fallen. In den Händen habe ich immer noch mein Handy, es ist kurz nach halb eins. 'Keine neuen Nachrichten'. "Scheiß Telefon" knurre ich und werfe es auf mein Sofa. Meine Haare stinken nach Stadt, deswegen stehe ich nochmal auf und gehe ins Bad. Meine Schminke kommt runter, ich putze die Zähne mit einer Zahnpasta, deren Name mich an eine Weltraumrakete erinnert, kämme mir die Haare und bade mich in AloeVera-Deo. Ich gehe wieder zum Bett und lasse mich halbnackt darauf fallen, es ist mir zu spät, jetzt noch einen Schlafanzug anzuziehen, also schlafe ich in Unterwäsche. Ein letzer Blick in den Spiegel zeigt mir, wie müde ich bin. Nicht vom Tag, vom Leben allgemein. Sobald ich das Licht ausgemacht habe bin ich hellwach. Guten Morgen."

Ich hoffe ich komme dazu, diese Woche noch einen Eintrag zu machen, vielleicht am Samstag, mal sehen, oder nach den Wahlen. Jetzt werde ich mir mit meinem Bier noch einen schönen Abend machen und Two and a half Men übers Internet gucken. So Long, Bitches!


Zum guten Schluss ein kleiner Reim:

''Der Lied hat Gut geklingt,
Er wird nochmal gesingt!''


AcidPlacebo

Sonntag, 13. September 2009

Sonntage

Heute Nacht um halb zwei weckte mich der wohltuend liebliche Klang meiner Türklingel: Barbara ist wieder da! Eigentlich hatte ich vor, kurz mit ihr zu reden (Ich dachte schließlich sie ist auch müde) und danach ins Bett zu verschwinden - letztendlich fand ich mich um 4 uhr morgens in der küche mit wodka und 30 Cent Zigaretten wieder, immernoch heiter und nur ein klein bisschen schwindelig. Absolutwodka ist Krieg.

Barbara hat mir viel über ihre Erfahrungen in Russland erzählt, und ich kann behaupten dass ich NEIMALS allein nach Russland gehen werde, es sei denn, ich bin entweder lebensmüde oder Alkoholikerin ^^ Biobauernhöfe in Russland sind Krieg.

Nach ewiger Sucherei mussten wir schließlich feststellen (5 Uhr morgens) dass keine Züge nach Münchehofe bei Berlin fahren, das wäre nämlich Barbaras Reiseziel heute gewesen. Wer wohnt auch schon in Münchehofe. Aber die deutsche Bahn regt uns derbe auf. Warum fahren Sonntags keine Züge von Berlin aus in ein verdammtes Kaff??? 2 Mal telefonierte sie mit ihrem Freund Maik, vielleicht weiß der ja mehr - Haha. Barbaras Lachen und den Fragen die sie gestellt hat zu urteilen war er leicht angeheitert... ich bekam von den Telefonaten nichts mit als ein "WAS?!" ca. alle 30 Sekunden. Die Telefonate brachten Null, also fährt sie halt doch erst morgen. Die deutsche Bahn ist Krieg.

Gleich mache ich mich auf den Weg zum Spektakulum in Laubach. Eigentlich wärs eine große Gruppe gewesen, doch nun hat es sich dank Geldmangels (den ich auch habe) und fehlender Gewandung (was bei mir auch der Fall ist) auf zwei reduziert: Bettina und ich. Da ich es hasse an Sonntagen zuhause zu sein fahre ich also mit. Vielleicht wirds ja was. Und wenn nicht, kann ich immerhin sagen, ich habs versucht. Sonntage sind Krieg.

Zum abschluss noch ein Reim:

Liegt ein Auge auf dem Tresen
ist ein Zombie dagewesen!


Liebste Grüße,

AcidPlacebo