Ja, ihr habt richtig gehört. Ich LERNE. Nicht mal in der Abiturphase habe ich so konsequent gearbeitet wie jetzt. "Größte Chaotin", das stand in meinem Abibuch als Award, und jetzt?
Mutiere ich zum Streber? Warum fällt es mir nicht mehr so schwer, wie ich es in Erinnerung hatte? Lernen war für mich immer zu 70 % harte Arbeit. Jetzt lese und lerne ich gerne.
An der Dauer des Nicht-Lernens kann es nicht liegen. Aber ich habe eine Vermutung: Es macht mir Spaß, weil ich nur das tue, was mich interessiert. Ich lerne Philosophieren, ich lerne Epochen der Literaturgeschichte, lese im selben Atemzug Sophokles und Seneca, diskutiere über Platon, Epikur und Augustinus, schreibe Essays über Kant und lege Portfolios über Bibliographien an. Klingt langweilig? Absolut nicht! Ich liebe das Studentenleben und freue mich jeden Tag aufs neue, mit coolen Leuten etwas interessantes zu erfahren. Ich habe tolle Profs, die wissen, wie man Witze reißt und am Anfang ihrer Vorlesung Dschingis Kahn über Lautsprecher im Audimax abspielen. Was Ausbildung angeht muss ich sagen: Es geht mir besser als nie zuvor!
Ich hoffe, das ist keine vorübergehende Anfangseuphorie. Ich wünsche mir, dieses gute Gefühl lässt nicht nach. Dazu bin ich im Moment viel zu glücklich an der Freude, die ich gerade am lernen habe. Aber ich bitte euch: Sobald ich anfange Pullunder zu tragen und ne Hornbrille kaufe - erschießt mich! :)
Sich über "Einführung in die Erzähltheorie" beugend,
eure
AcidPlacebo
P.S.: "Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln." Kästner, dieser Spaßvogel :D:D:D
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